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Mein Leserbeitrag in der Reikizeitung Dezember 2010 /1/11

Wie Reiki mein Leben veränderte.

Bevor mir Reiki begegnete, war ich mit meinem Leben zufrieden.
Nachdem Reiki in mein Leben kam, erkannte ich, was Leben bedeutet – und das macht mich immer wieder glücklich.
Im Frühjahr 1997 besuchte ich meinen ersten Reiki-Kurs. Schon nach dem ersten Tag spürte ich, dass etwas Besonderes mit mir geschehen war. Und das konnte ich mit Worten nicht erklären. Es machte mich glücklich und neugierig. Ich spürte, da ist etwas, was die Fäden in der Hand hat und wagte nicht es Gott zu nennen. Heute weiß ich, dass ich Gott spürte.
Schon ein paar Tage nach meiner Einweihung hatte ich mein erstes Reiki-Erlebnis. Bei meiner Schwägerin, im dritten Monat schwanger, setzten immer wieder frühzeitige Wehen ein. Ich war noch unsicher und erkundigte mich bei meiner Reiki-Lehrerin, ob ich in diesem Falle Reiki anwenden kann. Nachdem mir empfohlen worden war, einfach die Füße der werdenden Mutter zu halten, war meine Schwägerin bereit, sich auf Reiki einzulassen. Ich tat nichts, und doch geschah so viel. Mit mir, mit meiner Schwägerin und mit der mir von diesem Zeitpunkt an sehr vertrauten, ungeborenen Seele. Die Wehen ließen nach, und das ungeborene Kind im Mutterleib beruhigte sich.
Alisa kam im September desselben Jahres mit Down-Syndrom und einigen körperlichen Defiziten auf die Welt.
Wir wussten lange Zeit nicht, ob sie bei uns würde bleiben können. Die Prognosen der Ärzte waren nicht sehr zuversichtlich. Ich spürte, dass Alisa entscheiden würde und wir das akzeptieren sollten.
Das war nicht einfach – und sollte in den nächsten Jahren immer wieder eine Herausforderung für uns sein.
Alisa kam mit so viel Liebe in unser Leben und berührte die Menschen tief im Herzen. Keiner blieb unberührt. Mein Patenkind durfte einmal die Woche einen Tag bei mir sein. Das war für mich eine Bereicherung, und wir genossen beide diese Stunden. Bei einem Spaziergang bemerkte ich plötzlich, wie Reiki aus meinen Händen über den Griff des Kinderwagens zu fließen begann, hin zu Alisa – wie konnte das sein?
Ich war überrascht, hatte noch nicht einmal an Reiki gedacht. Wieder hat mich Reiki gelehrt. Es hat mir gezeigt, was durch mich geschehen kann.
Dankbarkeit erfüllte mich. Schon Takata sagte: „Tu Reiki, und Reiki wird dich lehren.“ Und so erlebte und erlebe ich es auch. Reiki lehrt mich, indem es einfach geschieht.
Alisa genoss Reiki schon als Baby und schlief nach Reiki besonders gut.
Später, als sie größer war, nahm sie oft meine Hand und legte diese auf ihre Stirn. Kurze Zeit später schlief sie dann tief und fest.
Manchmal passierte es, dass mein Patenkind mich mit auf ihre Reise in die geistige Welt nahm. Ich durfte erkennen, wie leicht sie von der materiellen zur geistigen Ebene wechselte. Alisa konnte nicht sprechen, doch hin und wieder teilte sie sich mir auf der Seelenebene mit. Am Anfang glaubte ich mir dies einzubilden, doch was sie mir mitteilte, erstaunte und berührte mich tief. Sie hat mir immer wieder geholfen, an etwas zu glauben, was unvorstellbar und oft nicht erklärbar ist.
1998 erhielt ich meine zweite Reiki-Einweihung. Zu dieser Zeit war Alisa wegen einer Lungenoperation im Krankenhaus. Die Operation hatte sie gut überstanden, und Alisa sollte wieder von selbst atmen. Die Ärzte versuchten, die Beatmung durch die Geräte langsam zurückzunehmen, damit Alisa von selbst atmete. Aber sie wollte einfach nicht. Die Ärzte standen vor einem Rätsel. Es gab keine Anzeichen dafür, warum sie
es nicht tat. Es sah sehr schlecht aus. Die Eltern waren verzweifelt, und ich fragte, ob ich während meines Reiki-2-Kurses Fernreiki schicken dürfe. Also schickte ich mein erstes Fernreiki an Alisa. Einen Tag später atmete sie, und die Geräte konnten abgeschaltet werden. Die Ärzte waren erstaunt über die plötzliche Veränderung. Alle waren glücklich, und Alisa ging es langsam wieder besser.

Wieder durfte ich erleben, dass eine Situation sich zu jeder Zeit noch verändern kann. Selbst dann, wenn die Realität zunächst noch ganz anders aussieht.
Immer wieder wurde es notwendig, dass Alisa ins Krankenhaus musste. Einmal rief mich mein Bruder an, um mir mitzuteilen, dass sie wegen eines Notfalls auf dem Weg zur Klinik seien. Ich wollte natürlich gleich Reiki mitschicken und fragte Alisa auf der Seelenebene, ob Reiki sie unterstützen dürfe.


Doch sie antwortete mir ganz schnell: „Nein, das mache ich alleine.“ Also dankte ich ihr und schickte kein Reiki.
Auch das war eine wichtige Erfahrung für mich. Nämlich zu akzeptieren, wann Reiki gewünscht und wann es auch mal unerwünscht ist. Ich hätte so gern etwas getan – und habe im Nicht-tun gelernt zu vertrauen. Wieder wurde ich um eine Reiki-Erfahrung reicher.
2005 ging es Alisa gesundheitlich sehr schlecht. Ihr Herz wollte einfach nicht mehr. Weihnachten war nicht mehr fern, und die Ärzte meinten, jetzt sei die Zeit des Abschieds gekommen. Wieder einmal durfte ich einen Tag mit Alisa verbringen. Wie immer gab ich ihr zum Einschlafen
Reiki. Ich spürte, dass ich meiner kleinen Nichte ganz nahe war und fragte innerlich: „Alisa, was kann ich für dich tun?“ Und sie erwiderte: „Nichts tun, nur dabei bleiben“. Das berührte mich sehr. Wie gerne hätte ich etwas getan, doch es ging wieder einmal darum, geschehen zu lassen, was geschehen soll. „Dein Wille geschehe ...“ – oh ja, das konnte ich in diesem Augenblick wirklich spüren und annehmen, auch wenn es mir sehr, sehr schwer fiel. Tränen der Traurigkeit flossen, aber auch die der Dankbarkeit. Wie sehr mich Alisa da herausforderte, verstand ich erst einige Zeit später.
Immer wieder zweifelte ich, ob ich nicht doch vielleicht Selbstgespräche führte und mir die inneren Gespräche mit meinem Patenkind nur einbildete. Doch wie konnte ich immer noch zweifeln, fühlte ich doch die Wahrheit tief in meinem Herzen. Einmal sagte ich traurig, nachdem Alisas Zustand immer schlechter geworden war: „Mensch, Alisa, mach mir bloß keinen Quatsch!“, und sie antwortete spontan: „Ihr wisst, dass ich vor euch allen gehe. Das haben wir so vereinbart. Aber noch ist es nicht so weit.“ Wieder konnte ich die Wahrheit dieser Worte spüren, obwohl die Realität ganz anders aussah.

Ich wollte nie wieder zweifeln, denn 13 Monate später war es
dann wirklich so weit. Ich war mit dem Auto unterwegs, da erschienen sechs Regenbogen am Himmel. Dieses Naturereignis, so schön und intensiv, war überwältigend, fast unwirklich schön. Ich fühlte mich durch die Natur, von Gott berührt – doch gleichzeitig wusste ich, dass die Zeit des Abschieds nahe war. Zwei Tage später, am 21. Januar 2007, ist Alisa dorthin gegangen, wo sie hergekommen war.

Der Schmerz des Abschieds mischte sich mit der Dankbarkeit, dass ein Engel für kurze Zeit unser Leben bereichert hatte. Meine kleine Nichte hat mir geholfen, an etwas zu glauben, was unvorstellbar ist. Und sie ermutigte mich, die Hoffnung erst dann aufzugeben, wenn etwas wirklich vorbei ist.
Von ihr habe ich so vieles gelernt. Dankbarkeit erfüllt mein Leben.
Für mich ist Heilung nicht gleich körperliches Gesund-werden, sondern die Seele dabei zu unterstützen, ihren Seelenplan zu erfüllen.
Inzwischen bin ich selbst Reiki-Lehrerin und bin dankbar, dass ich Menschen dabei unterstützen darf, mit ihrer Seele in Berührung zu kommen.
Elke Müller

Reikimeisterin/Lehrerin

www.reikipraxis-elkemueller.de                                                                                 

 


© Elke Müller